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Emrah Erken: Nicht vergleichbar

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Emrah Erken:

„Das erste Foto zeigt das erste It-Girl der Geschichte, Clara Bow, und dürfte ungefähr 1925 entstanden sein.

Das zweite Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Film „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

So wenig das Hakenkreuz auf Clara Bows Hut etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun hat, so wenig kann das Kopftuch, das hier von Audrey Hepburn als Accessoire getragen wird, mit dem islamischen Kopftuch gleichgesetzt werden.

Das islamische Kopftuch ist eines nicht; es ist kein blosses Accessoire.

Wenn vom islamischen Kopftuch die Rede ist, funktioniert auch die Bezugnahme zu religiösen Symbolen nicht, wie etwa zu einem Kruzifixanhänger, weil der Islam keine religiösen Symbole kennt und das islamische Kopftuch nur schon deshalb kein religiöses Symbol ist respektive sein kann.

Anders ausgedrückt:

Es ist sachfremd respektive intellektuell nicht redlich, sich dem Phänomen des islamischen Kopftuches über Paradigmen anzunähern, die damit wenig bis gar nichts zu tun haben, bloss weil diese Paradigmen in der eigenen Kultur vorhanden sind.

Das islamische Kopftuch war noch nie ein religiöses Symbol.

Es ist höchstens ein weltanschauliches Symbol der Islamisten in ihrem Kampf gegen den westlichen Lebensstil.

Viel wichtiger als die Feststellung, dass das islamische Kopftuch kein religiöses Symbol ist, sind ohnehin die folgenden drei Fragestellungen:

Was bezwecken das islamische Kopftuch und alle übrigen Verschleierungsarten des Islam?

Wer sind die Adressaten der entsprechenden Regeln?

Was sind die Folgen solcher Regeln auf die Gesellschaft?

Die Antworten auf die ersten beiden Fragen sind vor allem aus jener Stelle im Koran zu entnehmen, die hauptsächlich für die Rechtfertigung des islamischen Kopftuches herangezogen wird, namentlich aus der Sure 24, Vers 31:

„Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen. Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge!“

Zwar übersetzen nicht alle Muslime die entsprechende Stelle, wo hier von „Kopftüchern“ die Rede ist, wie diese Übersetzung, die ich islam.de entnommen habe. Es ist durchaus richtig, dass das Wort „chimar“ eine andere Bedeutung haben kann. Doch spielt eine allfällige andere Bedeutung nicht wirklich eine Rolle, um festzustellen, was die Regelung in diesem Koranvers ganz generell bezweckt. Es ist in diesem Vers von „Blösse der Frauen“ die Rede und vom fehlenden Geschlechtstrieb alter Greise und von Kleinkindern. Da die letztgenannten keinen Geschlechtstrieb haben, sollen diese Regeln in deren Gegenwart nicht gelten. Ansonsten gelten sie in Gegenwart von allen Männern, mit denen eine Heirat aufgrund Verwandtschaft nicht ausgeschlossen werden kann. Unabhängig von der Bedeutung von „chimar“ geht es also um die Regelung der weiblichen Sexualität, um damit eine bestimmte Sexualmoral respektive gesellschaftliche Sittlichkeit herzustellen. Die Regeln, die hier zu entnehmen sind, sprechen nämlich nicht bloss die Gläubige individuell an, was man bereits aus dem ersten Teilsatz des Verses entnehmen kann, sondern die gesamte islamische Gesellschaft, welche die flächendeckende Einhaltung dieser Regel sicherstellen soll. Idealerweise besteht eine solche Gesellschaft natürlich aus Muslimen und bei einer flächendeckenden Einhaltung wird damit die islamische Sexualmoral vollumfänglich hergestellt und es herrschen – aus dieser Perspektive betrachtet – ideale Sittlichkeitsverhältnisse.

Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig, weil es sich bei dieser Regel im Ergebnis um eine gesellschaftspolitisch motivierte Massnahme handelt, welche die islamische Sexualmoral in einer idealen islamischen Gesellschaft herstellen soll. Nicht zuletzt deswegen gibt es Staaten, welche diese Regeln in ihr staatliches Recht aufgenommen haben wie beispielsweise der Iran oder Saudi Arabien. Und das ist auch der Grund, weshalb im Iran irgendwelche fremde Zivilpersonen „schlecht“ verschleierten Frauen Vorschriften darüber machen, wie sie ihren Hijab tragen müssten, sie beschimpfen, sie bedrohen und sie sogar schlagen. Entsprechende Aufnahmen etwa aus der Seite von My Stealthy Freedom sollten bekannt sein…

Angesichts der Tatsache, dass die Pflicht, dass Frauen den Hijab tragen, die gesamte islamische Gemeinschaft der Gläubigen anspricht und die Massnahme, dass Frauen sich verschleiern sollen, gesellschaftspolitisch motiviert ist und die islamische Sittlichkeit herstellen will, gehen die entsprechenden Regeln auch Nichtmuslime etwas an, weil auch wir Nichtmuslime in diesen Gesellschaften leben, auf welche die Sittlichkeitsregeln des Islam einwirken sollen. Weshalb gehen sie auch uns etwas an? Weil die Sittlichkeitsregeln der Scharia eine fatale Wirkung auf das gesellschaftliche Zusammenleben von Frauen und Männern haben, was wir vor allem beim Betrachten von Gesellschaften, wo diese Regeln ihre Wirkung umfassender entfalten konnten, bestens erkennen können: Vor 40 Jahren trug in Kairo kaum eine Frau den Hijab und „dennoch“ gab es kaum sexuelle Belästigungen. Vielleicht hätte ich nicht „dennoch“ schreiben sollen, sondern „deshalb“… Heute nämlich sind in Kairo beinahe alle Frauen verschleiert und auch das Tragen des Nikab hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, aber gleichzeitig auch die Zahl der Belästigungen und das Ausmass ihrer Brutalität der sexuellen Übergriffe. Entsprechende Beobachtungen kann man auch in der Türkei Erdogans machen. Je mehr er die Gesellschaft islamisierte, umso mehr nahmen auch die sexuellen Übergriffe auf Frauen zu, die zudem immer brutaler wurden. Dass dieser Umstand eine unmittelbare Wirkung auch auf Europa hat, ist am Beispiel der Kölner Silvesternacht 2015/16 bestens zu erkennen. Auf die Nennung von weiteren Beispielen verzichte ich lieber…

Daher nochmals: Das islamische Kopftuch ist nicht bloss ein Stoff! Es ist auch nicht bloss ein Accessoire! Ein religiöses Symbol ist es ganz gewiss nicht; wenn überhaupt ist es das Symbol des politischen Islam! Aber in erster Linie handelt es sich um eine gesellschaftspolitisch motivierte Massnahme, welche die islamische Sittlichkeit herstellen will. Es ist an der Zeit, von eigenen Paradigmen wegzukommen und sich den Auswirkungen dieser schädlichen Sexualmoral zu widmen!“

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