Norden/Hage (Ostfriesland): Unhaltbarer Zustand in Flüchtlingswohnungen?


Authentischer Bericht von Bernward Boden vom 11.9.2019

Ich führte gestern ein Gespräch mit einer sehr engagierten alten Dame und ihrem ebenfalls engagierten Mann. Beide waren früher Lehrer, haben sich ihr Leben lang für Flüchtlinge eingesetzt. Auch in den letzten Jahren noch. Nun müssen sie nach Pirmasens umziehen. Ihre Kraft lässt nach, sie müssen in ein Altenheim, Pflege wird auch sicher bald einsetzen.

Mir ist das alte Ehepaar in einer Kirchengemeinde aufgefallen, ich habe es nach Kräften unterstützt. Nicht naiv, aber mit allen Mitteln, haben die Beiden viel Geld ausgegeben, Möbel gekauft, Kleidung gekauft, um sechs oder sieben nach Norden geflohene Menschen bzw. Familien zu unterstützen. Ihre ganze Geschichte schreib ich hier nicht, aber soviel:

Ein „Doktor“, ein Mediziner aus der weiteren Region, habe sich eingemischt, vor allem bei einem sehr devoten Mann, dessen Frau bestimme, was geschehe, habe alle Möbel, die das Ehepaar gekauft hatte, auf den Sperrmüll geworfen, die Wohnungen gekündigt, die Leute umziehen lassen in einen entfernten Ort. Und nun habe – so die alte Dame – sie noch einmal eine der Familien besucht und festgestellt, dass der Mann in einer Abstellkammer auf der Erde schläft, nur auf einem Tuch. Es gibt weder Möbel noch Betten noch Matratzen. Er sei völlig abgemagert. Möglicherweise könne man nicht ausschließen, dass da noch Dinge gelaufen sind, die man nicht zu schildern wage.

Auf meine Frage, ob man die Polizei oder die Ämter informiert habe, sagte die Dame: Ich vertraue da niemand mehr, ich habe auch nicht mehr die Kraft. Alles was wir investiert haben, hat dieser Arzt weggeworfen. Ohne Rücksprache. Der sei gut vernetzt mit den Verantwortlichen in Politik und Bürokratie. Da gebe es keine Chance, etwas zu beweisen, wenn er wolle, dass nichts bewiesen werden könne.

Ich schreibe das hier aus Verzweiflung. Denn auch ich vertraue weder Politik noch Behörden, obwohl ich selber mal einem Bundesland diente. Zuviel habe auch ich erlebt – nicht nur hier.

Ich rate dazu, dass man unangemeldet und ohne Rücksprache mit regionalen Behörden Kontrollen macht. Nicht um Bewohner zu kriminalisieren, sondern um Zustände ungeschönt zu sehen. Schimmelige Wohnungen, Wohnungen ohne Möbel, korruptive Seilschaften und sektenähnliche Gruppen und Personeneinflüsse auf Menschen, die schlicht Hilfe brauchen.