Gibt es eine geheime Bande im kriminell-politischen Spektrum?


Rechtsextreme bedrohen Frankfurter Anwältin. Nun kommen beunruhigende Details ans Licht. So könnte ein Zusammenhang zum Mord an Walter Lübcke bestehen.

Update vom Montag, 16.09.2019, 07.22 Uhr: Nun kommen weitere, beunruhigende Details im Fall der von Rechtsextremen bedrohten Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz ans Licht. Nach Recherchen des hr soll die Anwältin bereits im Juni ein Fax erhalten haben, in dem Bezug auf den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke genommen wird. Zu dem Zeitpunkt war noch gar nicht klar, dass der Mord einen rechtsextremen Hintergrund hat. 

Quelle: https://www.fnp.de/frankfurt/berlin-ort28370/frankfurt-zwischen-luebcke-mord-koennte-zusammenhang-geben-zr-11852556.html

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Von dort war inhaltlich zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, ein Sprecher kündigte für Donnerstag eine Reaktion an. Ermittelt wird laut den Medien wegen des Vorwurfs der räuberischen Erpressung, der Volksverhetzung und der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Frankfurter Rechtsanwältin erhält Drohschreiben von „NSU 2.0“

Unter dem Kürzel „NSU 2.0“ wurden in den vergangenen Monaten auch Drohschreiben an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz geschickt. Bei den Schreiben an Basay-Yildiz war Hintergrundwissen aus dem Informationssystem der Polizei offenbart worden, weshalb nun gegen mehrere hessische Polizisten ermittelt wird. Dieser Fall sei eine Ausnahme in der Serie, hieß es in den Medienberichten. In den übrigen Fällen hätten die E-Mails nur öffentlich zugängliche Informationen enthalten.

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Über sie wiederum gelangten die Ermittler an eine Gruppe Polizisten, die sich in WhatsApp-Chats rassistische und rechtsextreme Inhalte zuschickten. Betroffen waren sechs Polizisten, die anschließend vom Dienst freigestellt wurden. Trotzdem kamen neue Drohbriefe an. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Chatgruppe größer sein könnte.

Polizisten horten NS-Devotionalien

Damit nicht genug: Während der Ermittlungen fielen zwei weitere Polizisten in Kirtorf auf einer Kirmes mit rechtsextremen Äußerungen auf. Einer der beiden Brüder trägt einen tätowierten Soldatenfriedhof auf der Haut. Bei der Wohnungsdurchsuchung des Älteren fanden die Ermittler ein Zimmer „voller NS-Devotionalien“. Die Spur führte zu weiteren verdächtigen Polizisten, von denen einer der Reichsbürgerszene zugerechnet wird. Einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Schlüchtern und Frankfurt sieht die Staatsanwaltschaft laut „Frankfurter Rundschau“ bislang nicht. Weitere Informationen zu den Ermittlungsständen wollte die Staatsanwaltschaft mit dem Verweis auf „ermittlungstaktische Gründe“ auf Anfrage dieser Zeitung nicht herausgeben.“

red/dpa/ch