„Sehr geehrte Frau #Esken, ich weiß nicht, wo Sie Silvester verbracht haben, aber meiner Meinung nach kann es nicht in Leipzig , Hamburg, Berlin oder an einem anderen einsatzreichen Ort des Jahreswechsels gewesen sein. Es ist sehr einfach, polizeiliche Maßnahmen zu kritisieren. Besonders, wenn man noch nie selbst ad hoc Entscheidungen treffen musste, von der Gesundheit und Leben ihrer Kolleginnen und Kollegen, oder dem Gegenüber abhängen. Deshalb ist es natürlich auch nicht schwer für Sie, die Lage entsprechend zu beurteilen, vom Sofa aus. Natürlich sind Sie über jeden Zweifel erhaben, Sie sahen ja die Möglichkeit, sich auf Kosten meiner Kolleginnen und Kollegen politisch zu profilieren.
Lassen Sie sich gesagt sein, dass meine Kolleginnen und Kollegen stressfester sind und nicht tagesaktuell Ihre Fahne in den Wind hängen. Weil die Einsatzkräfte so selbstlos handeln, wurden schwere Ausschreitungen mit wenigen Ausnahmen verhindert. Als Gewerkschafter und Polizeibeamter, empfinde ich ihre unreflektierten Belehrungen als Schlag ins Gesicht derjenigen, die eine hoch brisante Lage in Leipzig, aber auch an anderen Brennpunkten in diesem Land, gemeistert haben. Ihr Statement ist auch ein Schlag ins Gesicht der Bürgerinnen und Bürger, die ihrer Bürgerpolizei vertrauen und sich zurecht auf die Rechtsstaatlichkeit ihrer Polizei verlassen. Es muss möglich sein, friedlich feiern zu können, ohne sich von Extremisten vorschreiben zu lassen, was geht und was nicht. Die Anwesenheit der Polizei suggeriert Sicherheit und ist keine Provokation! Mit ihrer Kritik an der Polizei Leipzig zeigen Sie die Verachtung für die Einsatzkräfte der Polizei, die ich als Gewerkschafter der GdP Hamburg nicht akzeptieren kann. Meine Kolleginnen und Kollegen zeigen seit Jahren unglaubliche Leistungen, um diesen demokratischen Staat zu verteidigen. Sie sorgen dafür, dass auch Sie in diesem Staat weiterhin ihre Meinung oder eben auch Blödsinn sagen können.
Liebe Frau Eskens, ich habe oft genug im Steinhagel gestanden, bin beleidigt und angegriffen worden. Alles für die Verteidigung unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaats. Haben sie je in der ersten Reihe gestanden, um diesen lebenswerten Staat zu verteidigen? Haben Sie je diesen Hass auf unser Land in den Augen der Demonstranten gesehen, egal ob von links oder rechts?
Liebe Frau Esken,
warum ist es eigentlich nicht möglich, sich grundsätzlich erstmal hinter die zu stellen, die diesen freien Staat verteidigen? Denken Sie doch mal darüber nach, dass meine Kolleginnen und Kollegen einfach einen brisanten Einsatz sehr gut gemeistert haben! Stattdessen kommen Sie mit Belehrungen über die notwendige Kontrolle der Exekutive daher. Willkommen in die Realität. In unserem Beruf bringen wir unserem Nachwuchs beim Funklehrgang etwas bei: Denken – drücken – Sprechen!
Vielleicht lernen Sie auch zu funken?!

Lars Osburg , stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Hamburg“

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